Doris Uhlich
Doris Uhlich ist eine in Wien lebende Choreografin und Performerin. Im Zentrum ihres Werks steht die Beschäftigung mit Alltagsgesten oder auch, wie in „SPITZE“ (2008), „Come Back“ (2012) oder „Come Back Again“ (2025) mit künstlichen Gesten – in diesen Fällen dem strikten Bewegungscode des klassischen Balletts. Ihre Performances sind oft Auseinandersetzungen mit Schönheitsidealen und Körpernormen. Seit ihrem Stück „more than naked“ (2013) beschäftigt sich Doris Uhlich in ihren Arbeiten zudem mit der Darstellung von Nacktheit jenseits von Ideologie und Provokation. Dabei spielt Musik, besonders elektronische Tanzmusik von New Wave bis Techno, eine wichtige Rolle. Ein weiterer Fokus ihrer Arbeiten ist die Untersuchung der vielschichtigen Beziehung zwischen Mensch und Maschine, und die Auseinandersetzung mit der Zukunft menschlicher Körper im Zeitalter chirurgischer und genetischer Perfektionierung. Die Projekte werden an unterschiedliche Orten gezeigt aus, auf Bühnen, in Museen und site specific.
2017 wurde sie für das Duett „Ravemachine“ gemeinsam mit Michael Turinsky mit dem Nestroy-Preis für „Inklusion auf Augenhöhe” ausgezeichnet, die 2018 uraufgeführte Produktion „Every Body Electric“ war u. a. zur Tanzbiennale von Venedig und zur Bienal Sesc de Dança in São Paulo eingeladen. Sie erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. den österreichischer Kunstpreis 2024 des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport in der Sparte „Darstellende Kunst“ sowie den Österreichischern Musiktheaterpreis 2024 in der Kategorie „Beste Tanzproduktion“ für ihr Stück „SONNE“. Sie unterrichtet international und hat Lehraufträge an Universitäten, u.a. am Max Reinhardt Seminar in Wien und im Master Contemporary Arts Practise (CAP) an der mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
An den Münchner Kammerspielen choreographierte Doris Uhlich während der Covid-Pandemie die Tanzperformance „Habitat”, in der Spielzeit 2023/24 folgte das Ensembletanzstück „In Ordnung. „Glitsch“ ist ihre dritte Arbeit an den Münchner Kammerspielen.