What is the city?

Digitale Akademie zur Zukunft der Stadt

Dezember 2020

Morgen schon an heute denken

… denn die Zukunft ist bereits da – sie ist nur noch nicht gleichmäßig verteilt. Der Philosoph Armen Avanessian will deshalb zukünftiges Wissen in unser gegenwärtiges Handeln integrieren. Was bedeutet das für die Städte, in denen wir leben werden – und was für die Theater?

Jetzt werden die Entscheidungen getroffen, die unser Leben für die nächsten 30 Jahre bestimmen – und womöglich weit darüber hinaus" – wenn Ingolfur Blühdorn mit seinem Gedankenessay für DIE NEUE SITUATION recht hat, wird die Pandemie nicht nur gewaltige gesellschaftliche Folgen haben, sie wird auch unsere Städte grundlegend verändern. "Corona wird Spuren hinterlassen, über deren Umfang man sich noch gar keine Vorstellungen macht", schreibt Simon Strauß in der FAZ. Wenn aber jetzt die Entscheidungen über die Zukunft der Städte fallen, in denen wir leben – was sind dann eigentlich die Kriterien, nach denen wir so weitreichende Entscheidungen treffen wollen? In welcher Stadt werden wir leben wollen, in zehn, in 20, in 30 Jahren? Und wie können wir heute die Maßstäbe entwickeln, um da auch hinzukommen? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns in unserer gemeinsam mit der Süddeutschen Zeitung veranstalteten Reihe „WHAT IS THE CITY?“.

Zukunftsgenossenschaft statt Zeitgenossenschaft

Im ersten Teil der Veranstaltungsreihe erläutert der Philosoph Armen Avanessian in seinem Impulsvortrag, warum wir morgen schon an heute denken müssen und wie wir zukünftiges Wissen in heutige Entscheidungen integrieren können – denn wir haben nicht etwa ein Zuwenig an Zukunft, sondern eher ein Zuviel, meint Avanessian: Zu viel sei bereits festgelegt und bestimme unsere Handlungsspielräume. Wir brauchen als präemptive Persönlichkeiten deshalb mindestens so viel Zukunftsgenossenschaft wie Zeitgenossenschaft. Denn nach welchen kulturellen Werten wir jetzt entscheiden, definiert unsere Handlungsspielräume in der Zukunft.

Für die Theater käme es innerhalb dieses Settings dann eher darauf an, systemsubversiv als systemrelevant zu sein. Und weil kulturelle Infrastrukturen den Zusammenhalt der Gesellschaft gewährleisten sollen, entwirft Avanessian auch gleich eine theatrale Zukunftsvision: Zur Stärkung der Institutionen müsse man ein neues Angebot schaffen, die digitale Sparte eines Netztheaters, das ein neues Publikum generiere. Wie immer gehe es dabei es um die Produktion neuer politischer Subjekte für die Polis; deshalb müssten Theater für diese zukünftigen Subjekte auch neue Formen der Assembly kreieren, die als digitale Versammlung zu denken seien.

Armen Avanessian ist politischer Philosoph, Literaturwissenschaftler, Herausgeber beim Merve-Verlag, Gründer der zweisprachigen Rechercheplatform „Spekulative Poetik“ und leitet die Veranstaltungsreihe „Armen Avanessian & Enemies“ im Roten Salon der Berliner Volksbühne

What is the city?

In der Reihe WHAT IS THE CITY? beschäftigen wir uns mit der Frage, in welcher Stadt wir leben wollen. Denn „jetzt werden die Entscheidungen getroffen, die unser Leben für die nächsten 30 Jahre bestimmen – und womöglich weit darüber hinaus", wie Ingolfur Blühdorn schreibt. Wenn aber jetzt die Entscheidungen über die Zukunft der Städte fallen, in denen wir leben – was sind dann die Kriterien, nach denen wir so weitreichende Entscheidungen treffen wollen? Und wie können wir heute die Maßstäbe entwickeln, um da auch hinzukommen?

  • Impuls von Armen Avanessiann
  • Dezember 2020

Morgen schon an heute denken

… denn die Zukunft ist bereits da – sie ist nur noch nicht gleichmäßig verteilt. Der Philosoph Armen Avanessian will deshalb zukünftiges Wissen in unser gegenwärtiges Handeln integrieren. Was bedeutet das für die Städte, in denen wir leben werden – und was für die Theater?

  • Politpodium mit Katrin Habenschaden, Jón Gnarr, Viola Hasselberg, Armen Avanessian, Moderation: Alex Rühle
  • Dezember 2020

In welcher Stadt werden wir leben wollen?

Unser Politpodium über die Zukunft der Städte klärt, warum wir die neue Situation nicht als Krise bezeichnen sollten, warum dies die Zeit der Parlamente ist, wo überhaupt unsere kommunalen Handlungsspielräume liegen – und wieso ausgerechnet ein Philosoph eine ganz praktische Lösung für die kommunale Finanznot hat.

  • Gespräch über das Verschwinden des öffentlichen Raumes mit Márton Gergely, Caroline von Lowtzow, Harald Staun, Moderation: Alexandra Föderl-Schmid
  • Dezember 2020

Democracy Dies in Darkness

Verstörende Einblicke in die Realität der Meinungsfreiheit in Ungarn liefert der Journalist Márton Gergely in diesem Gespräch. Wie schnell eine funktionierende Medienlandschaft auch in Deutschland kippen kann, ist die Frage.

  • Gespräch mit Ute Gröbel, Veronica Kaup-Hasler und Eva Mair-Holmes darüber, wie man´s auch machen kann. Moderation: Harald Wolff
  • Dezember 2020

Bye Bye Öffentlicher Raum

Natürlich gibt es Handlungsspielräume, auch in Zeiten knappster Kassen! Man darf sich nur nicht kirre machen lassen, sondern muss auf die eigenen Stärken gucken. Angekündigt als ein Gespräch über das Verschwinden des öffentlichen Raumes durch den Kahlschlag in der Kulturlandschaft, geht gerade von einem Podium der Kulturschaffenden ein überraschend starkes Aufbruchssignal auf.

  • Gespräch über die Zukunft der Kulturpolitik mit Katrin Habenschaden,
    Veronica Kaup-Hasler und Carsten Brosda. Moderation: Alex Rühle in Kooperation mit der Süddeutschen Zeitung
  • Januar 2021

Die Zukunft der Kulturpolitik

Wir müssen nicht sparen, wir brauchen klügere Schuldenbremsen, um die Voraussetzungen zu schaffen für künftige Generationen. Die Beschädigungen des öffentlichen Raumes, die wir im Moment in Kauf nehmen, bestärken eine Entwicklung, die seit über 30 Jahren anhält. Aber jetzt wird überdeutlich, was das für eine Gesellschaft bedeutet. Zeit, umzukehren.