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Eine schonungslose Nahaufnahme
Von Annie Ernaux
Aus dem Französischen von Sonja Finck
Ich möchte, dass die Worte genauso hart sind wie das Leben
Mit schonungsloser Offenheit erzählt die französische Schriftstellerin in „Das Ereignis“ von einem illegalen Schwangerschaftsabbruch als junge Literaturstudentin: „Das konnte ich erst mit einem großen zeitlichen Abstand schreiben. Mehr als dreißig Jahre. Ich wollte den Moment zurückholen, den Moment der Abtreibung, der grausam gewesen war. Die Heimlichkeit. Ich wollte mich in die Atmosphäre von damals zurückversetzen. Das Schlimme an der Abtreibung war die Umgebung, in der ich mich befand. Die Zeit, in der ich mich befand. Das ist es, was mich interessiert: Was machen die Umgebung und die Zeit, in der man lebt, mit einem Menschen.“ Aus zeitlicher Distanz erzählt, entsteht eine eindrückliche Nahaufnahme, die sprachmächtig die Ohnmachtserfahrung schildert. Und so das Schweigen und die Scham überwindet. Annie Ernaux, 2022 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, schreibt autobiografisch. Sie erzählt so aus ihrem Leben, dass ihre Erfahrungen alle angehen. In einer Sprache, die selbst zum Ereignis wird. Der Autor Necati Öziri („Vatermal“) gibt im Werkraum der Kammerspiele sein Regiedebüt.
- Mit Eva Bay
- Regie Necati Öziri
- Sounddesign Jonas Holle
- Kostüm Pauline Heitmann
- Dramaturgie Julia Lochte
- Künstlerische Produktionsleitung Angelika Koch
- Künstlerische Produktionsassistenz Lina-Charlotte Lang
- Technische Produktionsleitung Fabian Iberl
- Regieassistenz Milo Čortanovački
- Regiehospitanz Johanna Losert
- Bühnenmeister Daniel Rau
- Video Tizian Gollwitzer
- Ton Nicholas Brown
- Beleuchtung Janina Voss
Termine & Tickets
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Fr 29.5. 19:30Premiere
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Sa 30.5. 19:30
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Di 2.6. 19:30
Anschl. Publikumsgespräch
- Werkraum
- 29.5.2026
- 10 €, ermäßigt 5 €