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Open Call for Texts
Fiktive (Er-)Öffnungsreden für „100 Jahre & 1 Nacht“
Für unseren Themenschwerpunkt MK: 100 sind die Münchner Kammerspiele und das Institut für Neue Soziale Plastik auf der Suche nach fiktiven (Er-)Öffnungsreden, mit denen Sie heute die 101. Spielzeit der Münchner Kammerspiele eröffnen würden.
Der Open Call richtet sich an jüdische und antisemitismuskritische Autor*innen.
Kontext:
Im September und Oktober 2026 begehen die Münchner Kammerspiele ein ambivalentes Jubiläum. Im Jahr 1926 zogen die Kammerspiele – ein von Münchner jüdischen Familien gegründetes Privattheater – in das repräsentative Gebäude direkt an der Maximilianstraße. Das Schauspielhaus ist heute noch eines der am besten erhaltenen Jugendstiltheater Deutschlands. Der Umzug war getragen von dem Glauben, dass zeitgenössisches und innovatives Theater mitten in die Stadt gehört. Denn in der Weimarer Republik sind die Kammerspiele ein weltoffenes, internationales Theater mit intensiven Beziehungen nach Mittel- und Osteuropa. Ein Ort ästhetischer Innovation, künstlerischer Freiheit und lustvoller Zeitzeugenschaft. All das macht die Anfangsjahre der Kammerspiele zu einem wichtigen Orientierungspunkt unserer heutigen Theaterarbeit.
Doch es dauerte nicht lange, bis die Münchner Kammerspiele von „jüdischen und ausländischen Elementen gesäubert“ wurden – und somit auch von den als Jüdinnen*Juden verfolgten Gründer*innen, Gesellschafter*innen und Mitarbeiter*innen der Kammerspiele. Allein der künstlerische Direktor Otto Falckenberg kommt als Profiteur durch die Jahre des Nazismus. 1939 wurden die Kammerspiele unter Hitler als „Bühne der Hauptstadt der Bewegung“ ein städtisches Theater, was sie heute noch sind. Nach dem Ende des NS-Regimes blieb auch an den Kammerspielen in den darauffolgenden erinnerungslosen Jahrzehnten lange vieles ungesagt, beschwiegen und „vergessen“.
Weitere Infos zur Geschichte der Münchner Kammerspiele finden Sie HIER.
Angebot:
Die ausgewählten Texte werden am 24.10.2026 im Rahmen der Veranstaltung „100 Jahre & 1 Nacht“ von Ensemblemitgliedern der Münchner Kammerspiele vorgetragen und auf der Website der Münchner Kammerspiele veröffentlicht. Die Autor*innen erhalten ein Honorar von 400€ brutto.
Bewerbung:
Bitte senden Sie folgende Unterlagen
· Ihre fiktive (Er-)Öffnungsrede (ca. 6.000-8.000 Zeichen, inkl. Leerzeichen)
· Eine kurze Selbstbeschreibung oder einen Kurz-Lebenslauf
Die Unterlagen müssen entweder auf Deutsch oder Englisch eingereicht werden. Bitte fassen Sie die Unterlagen in einem PDF zusammen und benennen diese nach folgendem Muster Name.Vorname.MK100.pdf
Bitte senden Sie die Bewerbung bis zum Sonntag, den 13.9.2026 ausschließlich per Mail an dramaturgie.mk@kammerspiele.de und info@neue-soziale-plastik.org.